Tiefenschärfe

Die Arbeit mit der Tiefenschärfe ist eine beliebte Technik, mit deren Hilfe Du das Motiv betonen und damit die Komposition im Sinne der Vereinfachung stärken kannst. Sie wird häufig beim Fotografieren von Porträts verwendet.

Hohe Tiefenschärfe

Hohe Tiefenschärfe, Blende F/36

Geringe Tiefenschärfe

Geringe Tiefenschärfe, Blende F/5.6

Die beiden Fotos sind in einem zeitlichen Abstand von ca. 20 Sekunden entstanden. Der wesentliche Unterschied zwischen den Aufnahmen ist die Einstellung der Blende. Unten ist diese auf F/5.6 eingestellt, also relativ weit offen. Im Gegensatz dazu ist die Blende oben F/36, also fast komplett verschlossen.

Das Motiv (die gelbe Blüte) kommt unten besser heraus, da der Hintergrund durch die geringe Tiefenschärfe stärker verschwommen ist.

Blende

Die meisten Objektive verfügen über eine Blendeneinstellung. Die Blende dient dazu, die Lichtmenge zu kontrollieren, die durch die Linse hindurch darf. In der Animation rechts ist ein Objektiv abgebildet, das die verschiedenen Blendeneinstellungen durchläuft.

Die Blendenzahl (z.B. F/2.8) beschreibt dabei den Öffnungsgrad. Je kleiner die Zahl, desto kleiner (also weiter offen) die Blende, desto mehr Licht kommt hindurch. Häufig kommt die Blendenzahl im Namen des Objektivs vor. Sie beschreibt dabei die kleinste Blendeneinstellung, die das Objektiv zulässt. Besonders lichtstarke Objektive haben eine kleinste Blende von F/2.8 oder weniger und sind entsprechend teuer.

Stelle deine Kamera auf Zeitautomatik (Einstellung „A“ oder „Av“). Damit lässt dich dein Fotoapparat die Blende verstellen, die Belichtungszeit wird automatisch angepasst. Je kleiner Du die Blende wählst, desto mehr Licht gelangt auf den Sensor (bzw. Film) – im Gegenzug muss die Belichtungszeit verkürzt werden, damit das Foto nicht überbelichtet wird.

Unser Auge verfügt übrigens auch über eine Blende. Stelle dich mal in einem hellen Raum vor einen Spiegel und verschließe die Augen mit deinen Händen (damit es wirklich dunkel wird). Beobachte im Spiegel, was deine Pupille in dem Moment macht, wenn Du die Hände weg nimmst und die Augen öffnest.

Was sonst noch die Tiefenschärfe beeinflusst

Es gibt einige weitere Faktoren, die die Tiefenschärfe verringern, d.h. den Hintergrund verschwimmen lassen:

  • Kleine Blende (das hatten wir schon, s. oben)
  • Große Brennweite (viel Zoom). Je größer die Brennweite (also je näher das Objektiv den Gegenstand heran holt), desto verschwommener ist der Hintergrund.
  • Großer Bildsensor in der Kamera. Wenn Du dir den Luxus einer Vollformat-Kamera leisten kannst (z.B. die Nikon D610), wirst Du mehr Unschärfe in der Tiefe erzielen können.

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2 Gedanken zu „Tiefenschärfe

  1. Hallo,
    das Thema ist gut erklärt hat aber einen eintscheidenden Fehler:
    Im ersten Bild haben Sie eine große Tiefenschärfe (Hintergrund ist schärfer) das erreichen Sie mit einer großen Blende (z.B. F/36) – Blende ist fast geschlossen – wenig Licht erreicht den Sensor.
    Im zweiten Bild, haben Sie eine geringe Tiefenschärfe (Hintergrund ist unscharf) das erreichen Sie mit einer kleinen Blende (z.B. F/5.6).
    Und hier kommen lichtstarke Objektive ins Spiel. Je lichtstärker ein Objektiv ist, umso stärke ist der Effekt mit dem unscharfen Hintergrund, weil …. ja richtig die Blende noch weiter geöffnet, spricht ein kleinerer Wert eingestellt werden kann (z.B. F/2.8).

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